„Längst überfällig“
Von Brandenburg lernen: Caritas fordert besseren Personalschlüssel auch in Sachsens Kitas
Dresden, 5. Juli 2010. Der Caritasverband im Bistum Dresden-Meißen hat die sächsische Landesregierung aufgefordert, dem Beispiel Brandenburgs zu folgen und den Personalschlüssel in den Kindertagesstätten des Freistaates zu senken. „Die Verbesserung der personellen Situation in den sächsischen Kindertageseinrichtungen ist längst überfällig“, sagte Caritasdirektor Matthias Mitzscherlich am Montag in Dresden. Der brandenburgische Landtag hat am 1. Juli mit den Stimmen der rot-roten Regierungskoalition, der CDU und der FDP die Senkung des Personalschlüssels von 1:7 auf 1:6 bei den unter dreijährigen und von 1:13 auf 1:12 bei den über dreijährigen Kindern beschlossen. Allein die Abgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen verweigerten sich dem neuen Gesetz.
„Die sächsische Regierung sollte endlich ein neues Kita-Gesetz auf den Weg bringen, das eine zukunftsfähige frühkindliche Bildung auch in Sachsen garantiert“, so Matthias Mitzscherlich. „Davon sind wir heute noch weit entfernt.“ Der Caritasdirektor rief zudem die sächsische FDP auf, ihre Wahlversprechen einzulösen und sich für eine Verbesserung der personellen Situation einzusetzen. Die Liberalen hätten als Oppositionspartei immer wieder einen besseren Personalsschlüssel in den Kindertagesstätten gefordert und auf die Wichtigkeit der frühkindlichen Bildung in Sachsen hingewiesen.Â
Gesetzesänderung erst nach massiven Protesten
Das neue Kita-Gesetz in Brandenburg ist allerdings erst nach massiven Protesten von Eltern, Erziehern und Wohlfahrtsverbänden zustande gekommen. Auch in Sachsen gibt es seit fast einen Jahr die Initiative der Wohlfahrtsverbände „Weil Kinder Zeit brauchen – Für einen besseren Personalschlüssel in Sachsen Kitas“, der sich zahlreiche Elternvertretungen und Einrichtungen angeschlossen haben. „Wenn unsere Einrichtungen den anspruchsvollen sächsischen Bildungsplan umsetzen sollen, brauchen sie eine bessere personelle Ausstattung. Die jetzigen Ressourcen reichen nicht aus“, sagte Matthias Mitzscherlich.
