Top-Down statt Qualitätsverbesserung

GEW Sachsen kritisiert Kita-Haushaltsbeschlüsse der Koalition

Das Vorhaben, im Rahmen eines Modellprojektes für 5 Millionen Euro Sozialassistenten zur Unterstützung der Fachkräfte einzubinden, wird von der GEW Sachsen in scharfer Form kritisiert.

Dazu Lutz Stephan, Stv. Landesvorsitzender:

„So erfreulich, wie zusätzliche Investitionsmittel für den Krippenausbau sind, so erbärmlich erscheint das Modellvorhaben, fehlende Vor- und Nachbereitungszeiten der Fachkräfte mit Sozialassistenten ersetzen zu wollen. Maßnahmen dieser Art sind kein Qualitäts-, sondern ein verordnetes Top-Down-Management, das zu einer weiteren Präkarisierung  professioneller Fachkräfte führen wird.“

Europäischer Maßstab sei eine zunehmend wissenschaftliche Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern, nicht das Gegenteil. Sämtliche wissenschaftlichen Studien weisen darauf hin, dass frühkindliche Bildungsarbeit höchste Ansprüche an Fachkräfte und an die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit stellt. Die Kita-Haushaltsbeschlüsse dokumentieren, dass politische Mandatsträger wider besseres Wissen handeln und der Umsetzung des sächsischen Bildungsplanes eine nachrangige Bedeutung zumessen.

„Wer statt Fachärzten in einem Modellprojekt Krankenpfleger in den OP schickt – der sollte auch schmerzhafte Folgen oder nachhaltige Schäden kalkulieren. Jede Profession erfordert nicht nur, sondern hat ein Recht auf Profis – und das sollte für die Bildung und Betreuung kleiner Kinder im besonderen Maße gelten!“ – so Lutz Stephan.

Pressemitteilung der GEW Sachsen, 12.11.2012

 

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