Wohlfahrtsbericht zu Sozialen Berufen

Die Ausbildung zum Erzieherberuf ist ein Thema des Zweiten Wohlfahrtsberichts der Liga der Freien Wohlfahrtspflege

Deckblatt WFB„Zukunft im Blick – Soziale Berufe im Wandel“ – unter diesem Titel hat die Liga der Wohlfahrtsverbände detaillierte Anregungen an die Politik erarbeitet, dem drohenden Fachkräftemangel im sozialen Sektor zu begegnen. Von deren Umsetzung wird es auch abhängen, ob sich in Zukunft genügend junge Menschen finden, die sich für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen begeistern können.

Ein oft gehörtes Argument gegen die Verbesserung des Betreuungsschlüssels ist der regionale Mangel an Erzieherinnen und Erziehern. Die Liga hat das Problem im Blick und fordert konkrete Reformen der Ausbildung im Elementarbereich:

„5. Die Ausbildungsgänge für den Elementarbereich müssen entsprechend den gestiegenen Anforderungen überprüft und neu ausgerichtet werden. Die zweistufige Ausbildung mit Verpflichtung zum Sozialassistenten muss auf den Prüfstand. Weiterhin geht es sowohl um die Öffnung zur Erzieher-Fachschulausbildung als auch um den weiteren Ausbau von Studiengängen der Elementarpädagogik.“

aus dem Forderungkatalog, S.11

Letztlich schließt sich der Kreis, denn: bessere Rahmenbedingungen machen den Erzieherberuf attraktiver und helfen so mit, das Nachwuchsproblem zu lösen. Ein Stillstand wird den Mangel verschärfen.

Den Wohlfahrtsbericht 2009 der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen finden Sie hier.

Ein Radiobeitrag zur Kampagne

Zu viele Kinder, zu wenig Betreuer

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In der Rubrik „Hörer machen Programm“ beschäftigte sich MDR-Info mit der Situation in den sächsischen Kindertageseinrichtungen und stellte die Kampagne „Weil Kinder Zeit brauchen“ vor:
„Denis Gäbler in Sachsen hält die Kinderbetreuung im Freistaat generell für gut. Allerdings bemängelt der Vater von drei Kindern das Verhältnis von Kindern zu Betreuern. Die Gruppen empfindet er zu groß. Er fragt, ob Änderungen vorgesehen sind? Anja Neubert hat sich erkundigt.“

Den Beitrag vom 30.09.2009 finden Sie hier.

Lichterfest zur Kita-Kampagne in der AWO Kita „Kleine Strolche“ Deutzen

Am 02.10.2009 führte die AWO Kita „Kleine Strolche“ in Deutzen ein Lichterfest durch. Dieses Fest fand unter dem Motto „Kinder brauchen Zeit, Wärme, Liebe und Geborgenheit“ statt und sollte auf die Forderungen der Kampagne aufmerksam machen. Eingeladen waren Eltern, Großeltern und Gäste als Unterstützer dieser Kampagne. Ein leuchtendes rotes Herz, welches durch die Besucher mittels Teelichter zusammengestellt wurde, hat die Kampagnenforderungen symbolisch dargestellt. Der Spielgarten wurde in ein Lichtermeer verwandelt und lud für einen Moment zum Nachdenken ein. Mit Tanz, Spiel und einem Laternenumzug wurde gemeinsam den Kampagnenforderungen Nachdruck verliehen.

Fotoimpressionen

Unterschriftenaktion auf dem Bistumsfamilientag

Bistumsfamilientag im Kloster Wechselburg

Großen Andrang fand der Stand der Caritas beim Bistumsfamilientag am 19. September. Viele Teilnehmer informierten sich zur Kampagne der sächsischen Wohlfahrtsverbände und unterstützen mit ihrer Unterschrift die Forderung nach einem verbesserten Personalschlüssel.

Rund 1500 Gläubige aus allen Gemeinden nahmen am Bistumsfamilientag im Kloster Wechselburg teil. Die Kita-Kampagne „Weil Kinder Zeit brauchen – für einen besseren Personalschlüssel in Sachsens Kitas“ mittendrin.

Foto: Andreas Schuppert

Aktionsbericht der AWO-Kita „Löwenzahn“ in Eilenburg

Foto.Karton-Uhr_Eilenburg

 

Die Themen der Kita-Kampagne wurden von den Eltern und Erziehern mit großem Interesse aufgenommen und verfolgt. Wir waren froh, dass sich die Liga unseren Problemen mit so großem Engagement angenommen hat. Wir sind der Meinung es wird langsam Zeit, das in dieser Hinsicht etwas passiert. Das Motto „Weil Kinder Zeit brauchen…“ fanden wir auch sehr treffend.
Die Organisation von der Seite der Träger  war sehr gut.
Zu Beginn haben wir im Team den Inhalt der Kampagne den Erzieherinnen nahe gebracht und die Vorgehensweise für unsere Kita besprochen.
Der Ablauf in unserer Einrichtung gestaltete sich, wie folgt:
1. Information –  Auslegen der Flyer
2. Gestaltung von Infotafeln, Aushängen von Plakaten
3. Elterngespräche und Postkartenaktion
4. kindgemäß wurden die Kinder in den Gruppen  informiert
5. Kinder malten Bilder unter dem Motto: „Ich gehe gern in die Kita, weil….“
6. Besuch beim Oberbürgermeister der Stadt Eilenburg mit den Vorschulkindern

Der Besuch beim OBM war für die Kinder ein großes Erlebnis.
Es beteiligten sich alle Kindertagesstätten in freier Trägerschaft der Stadt.
Es wurden übergreifend Informationen ausgetauscht und der Ablauf für diesen Tag abgesprochen.
Alle Kinder und Erzieher trafen sich am Morgen des 25.08.2009 vor dem Rathaus und nutzten die Möglichkeit einen Teil der Bevölkerung anzusprechen und zu informieren.
Im Ratssaal wurden die Kinder und Erzieher vom Bürgermeister begrüßt. Eine Leiterin trug das Anliegen der Kampagne vor.
Die Kinder durften Fragen stellen und ihre selbst gemalten Bilder übergeben, die der Oberbürgermeister an die entsprechenden Stellen weiterleiten wollte.
Abschließen kann man sagen, dass der OBM der Kommune Eilenburg offen für unsere Probleme war. Wir hoffen bei weitergehenden Aktionen auch auf seine Unterstützung!  

Ihr Team der AWO-Kita „Löwenzahn“
Presseartikel der Leipziger Volkszeitung vom 26.08.2009

Farbe bekennen für einen besseren Personalschlüssel

 Liga-Kampagne „Weil Kinder Zeit brauchen“ beeinflusst Politik

(Dresden) Die am gestrigen Tag veröffentlichte Garantieerklärung des SPD-Spitzenkandidaten Thomas Jurk für etwaige Koalitionsverhandlungen stößt auf großes Interesse. Jurk führt in dem Sieben-Punkte-Papier an fünfter Stelle eine Garantie für die Verbesserung des Kita-Personalschlüssels an. Dies ist das zentrale Ziel der Liga-Kampagne „Weil Kinder Zeit brauchen“, die seit Anfang August von den sächsischen Wohlfahrtsverbänden und ihren Kitas vor Ort geführt wird.

„Wir freuen uns über die Aufmerksamkeit, die unsere Forderungen bei den Bürgern und der Politik erfahren“, so Gerhard Klug, Fachberater für Kindertageseinrichtungen der AWO Sachsen: „Die SPD-Garantieerklärung, sich in den Koalitionsverhandlungen explizit für eine Verbesserung einzusetzen, ist ein Erfolg unserer Kampagne. Wir rufen alle demokratischen Parteien auf, sich ebenso deutlich noch vor der Wahl zu ihren politischen Prioritäten zu äußern und erhoffen uns weitere Unterstützung.“

Mit eigenen Kampagnen-Plakaten, Postkarten und vielen Aktionen sowie Veranstaltungen vor Ort begleiten die etwa 1000 sächsischen Kindertageseinrichtungen in freier Trägerschaft den Landtagswahlkampf. Auf der Kampagnenhomepage: www.weil-kinder-zeit-brauchen.de werden die verschiedenen Aktionen im Freistaat angekündigt und dokumentiert. Auf dem zentralen Wahlforum der Verbände am 17.8. in der Dresdner Dreikönigskirche hatten sich alle politischen Vertreter im Grundsatz für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen ausgesprochen.

Erzieherinnen treffen Ministerpräsidenten

Stanislaw Tillich mit Erzieherinnen auf dem Radeberger Markt(Radeberg, 25.8.2009) Die Gelegenheit dem Ministerpräsidenten Herrn Tillich am 25.08. in Radeberg die Forderungen aus der  Kampagne „Weil Kinder Zeit brauchen“ zu übergeben, ließen sich die Leiterinnen der Kitas „Radeberger Kinderland“ und „Spatzenland“ der Volkssolidarität, Frau Platz und Frau Schütze sowie die Elternratsvorsitzende Anja Mittag, Mutter von drei Kindern, nicht entgehen. 

Sie übergaben  dem Ministerpräsidenten eine große Rolle und den Flyer der Kampagne der Liga der Wohlfahrtsverbände, in der die Forderungen nach einem besseren Personalschlüssel  zur Umsetzung der Anforderungen aus dem Sächsischen Kitagesetz und dem Bildungsplan aufgelistet sind. Herr Tillich verwies auf das im letzten Jahr eingeführte kostenlose Vorschuljahr und darauf dass besonders die Kommunen in der Pflicht seien, die mit einem besseren Personalschlüssel  verbundenen Kosten zu tragen.

Im Gespräch mit dem Ministerpräsidenten

Autor und Kontakt: Frank Stritzke, GF der Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen e.V., 0351 897220

Konzertierte Aktion im Landkreis Nordsachsen

logoAm Dienstag, den 25.08.2009 finden in den Vormittagstunden die Aktivitäten der Liga der Freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Nordsachsen ihren Höhepunkt. In fast allen Orten des Landkreises, in denen freie Träger Kitas betreiben, werden an die Oberbürgermeister und Bürgermeister die Postkarten und Kinderzeichnungen unter dem Motto „Ich gehe gern in meine Kita weil,…“ übergeben. Dazu treffen sich die Leiter bzw. Erzieher, Elternvertreter und Kinder mit den Verantwortlichen der Kommunen: sowohl in den Rathäusern als auch bei einem freien Träger. In Torgau und Delitzsch sind darüber hinaus Einladungen an die jeweiligen Spitzenkandidaten der demokratischen Parteien für den Sächsischen Landtag ausgesprochen wurden. Den Einladungen folgen in Torgau u. a. Herr Staatsminister Frank Kupfer, in Delitzsch Herr Tiefensee (CDU), Herr Wittig (SPD), Herr Hettlich (Die Grünen) und Herr Kind (Die Linken).

Kontakt:
Anke Thiedmann,
– GF Volkssolidarität KV Delitzsch e.V. -, Mitglied der Liga der Freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Nordsachsen
Tel.: 0 34202 / 52 538, Mail  : anke.thiedmann@volkssolidaritaet.de

Große Einigkeit

Politiker diskutierten über die sächsische Liga-Kampagne „Mehr Zeit für Kinder“

Wahlforum(Dresden) Am Ende waren sich alle einig. Der  Personalschlüssel in den sächsischen Kindertages-einrichtungen muss verbessert werden. Vertreter der demokratischen Parteien im sächsischen Landtag diskutierten am 17. August in der Dresdner Dreikönigskirche über die Kita-Kampagne der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Rund 250 Erzieherinnen und Erzieher, Elternvertreter und viele Interessierte waren gekommen, um ihre Fragen an die Politiker loszuwerden.

Eva-Maria Stange (SPD) lässt keinen Zweifel daran, dass so schnell wie möglich etwas passieren muss. Im Wahlprogramm ihrer Partei steht sogar, dass der Personalschlüssel in den Kindertageseinrichtungen auf 1:7 abgesenkt werden muss. Dass im letzten Jahr die Absenkung von 1:13 auf 1:12 nicht geglückt sei, sei vor allem dem  des Koalitionspartners zuzuschreiben, der die Kommunen nicht mit ins Boot geholt habe. „Wir müssen den Schlüssel unverzüglich senken“, ist die Ministerin überzeugt. Dies könne entgegen anderen Darstellungen auch gut finanziert werden.

Alexander Kraus von der CDU will keine Versprechungen machen. Aus sozialpolitischer Sicht stimme er den Forderungen zwar zu, nur müsse das Konzept auf sicherer finanzieller Basis stehen. „Das ist nicht unbedingt populär, aber notwendig“, räumt der Politiker aus dem Erzgebirge ein. In den letzten Jahren habe die Große Koalition enorme Investitionen in den Bildungsbereich getätigt.

Für Kristin Schütz von der FDP, Elke Herrmann von den Grünen und Falk Neubert von den Linken ist das alles zu wenig. Schütz kritisiert vor allem, dass die sächsischen Kindertagesstätten von der Regierung allein gelassen wurden. Viele seien sowohl organisatorisch als auch personell nicht in der Lage den sächsischen Bildungsplan umzusetzen. Die Verbesserung des Personalschlüssels sei ein erster, nicht aber der einzige Schritt. Elke Herrmann weist auf die enorme Bedeutung der frühkindlichen Bildung hin. „Wenn wir nicht in den Kindertagesstätten anfangen, werden wir das in den Schulen zu spüren bekommen.“ Eine Politik der „kleinen Schritte“ fordert Falk Neubert von den Linken. Es nütze nichts, wenn „wir den Wählerinnen und Wählern große Versprechungen machen. Es wäre schon viel wert, wenn sie den Personalschlüssel auf 1:12 senken würden“, sagte der sozialpolitische Sprecher seiner Fraktion mit Blick auf die Große Koalition.

Für die Besucher scheinen die politischen Streitigkeiten an diesem Abend eher Nebensache. „Eigentlich ist es uns egal, wer Schuld hat oder wem sie die Schuld zuschieben. Uns geht es um das Wohl unserer Kinder und darum, dass endlich etwas passiert“, sagt Ines Becker vom Stadtelternbeirat Dresden. „Was wir hier heute Abend erleben, ist erst der Anfang. Möglicherweise kommt da eine große Welle auf sie zu“, prophezeit eine Besucherin den politischen Vertretern.

Für den derzeitigen Liga-Vorsitzenden und Caritasdirektor, Matthias Mitzscherlich, war es schon ein wichtiger Schritt, dass sich Politiker an diesem Abend den Fragen gestellt haben. „Ich habe eine große Einigkeit festgestellt. Ich bitte Sie, reden Sie mit den Haushaltsexperten, damit sie ihre Vorhaben auch umsetzen können“, sagte der Liga-Vorsitzende.

Mit Veranstaltungen, Aktionen und Projekten werden die Kindertagesstätten der Freien Wohlfahrtspflege weiterhin auf die Situation ihrer Einrichtungen aufmerksam machen. Ziel der Kampagne „Weil Kinder Zeit brauchen“ ist nicht nur die Senkung des Personalsschlüssels, sondern auch die Anrechnung der Zeit für Vor- und Nachbereitung als Arbeitszeit, Freistellungen für Leitungsarbeit sowie Ressourcen für Fort- und Weiterbildungen.

(Andreas Schuppert)

Podiumsdiskussion am 11. August 2008 in der AWO-Kita „Anne Frank“ in Kamenz

Bei einem Rundgang durch die AWO-Kita „Anne Frank“ in Kamenz, einem Power-Point-Vortrag zur Liga-Kampagne sowie einer anschließenden lockeren Diskussions- und Fragerunde erklärten ErzieherInnen, LeiterInnen, MitarbeiterInnen der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege und Eltern den hiesigen Kommunalpolitikern ihr Interesse an den notwendigen Veränderungen des momentanen Bildungs- & Betreuungsniveau in den Kindertagesstätten.

Die Podiumsdiskussion wurde einem Presseartikel der Sächsischen Zeitung zugrunde gelegt.

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