Große Einigkeit

Politiker diskutierten über die sächsische Liga-Kampagne „Mehr Zeit für Kinder“

Wahlforum(Dresden) Am Ende waren sich alle einig. Der  Personalschlüssel in den sächsischen Kindertages-einrichtungen muss verbessert werden. Vertreter der demokratischen Parteien im sächsischen Landtag diskutierten am 17. August in der Dresdner Dreikönigskirche über die Kita-Kampagne der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Rund 250 Erzieherinnen und Erzieher, Elternvertreter und viele Interessierte waren gekommen, um ihre Fragen an die Politiker loszuwerden.

Eva-Maria Stange (SPD) lässt keinen Zweifel daran, dass so schnell wie möglich etwas passieren muss. Im Wahlprogramm ihrer Partei steht sogar, dass der Personalschlüssel in den Kindertageseinrichtungen auf 1:7 abgesenkt werden muss. Dass im letzten Jahr die Absenkung von 1:13 auf 1:12 nicht geglückt sei, sei vor allem dem  des Koalitionspartners zuzuschreiben, der die Kommunen nicht mit ins Boot geholt habe. „Wir müssen den Schlüssel unverzüglich senken“, ist die Ministerin überzeugt. Dies könne entgegen anderen Darstellungen auch gut finanziert werden.

Alexander Kraus von der CDU will keine Versprechungen machen. Aus sozialpolitischer Sicht stimme er den Forderungen zwar zu, nur müsse das Konzept auf sicherer finanzieller Basis stehen. „Das ist nicht unbedingt populär, aber notwendig“, räumt der Politiker aus dem Erzgebirge ein. In den letzten Jahren habe die Große Koalition enorme Investitionen in den Bildungsbereich getätigt.

Für Kristin Schütz von der FDP, Elke Herrmann von den Grünen und Falk Neubert von den Linken ist das alles zu wenig. Schütz kritisiert vor allem, dass die sächsischen Kindertagesstätten von der Regierung allein gelassen wurden. Viele seien sowohl organisatorisch als auch personell nicht in der Lage den sächsischen Bildungsplan umzusetzen. Die Verbesserung des Personalschlüssels sei ein erster, nicht aber der einzige Schritt. Elke Herrmann weist auf die enorme Bedeutung der frühkindlichen Bildung hin. „Wenn wir nicht in den Kindertagesstätten anfangen, werden wir das in den Schulen zu spüren bekommen.“ Eine Politik der „kleinen Schritte“ fordert Falk Neubert von den Linken. Es nütze nichts, wenn „wir den Wählerinnen und Wählern große Versprechungen machen. Es wäre schon viel wert, wenn sie den Personalschlüssel auf 1:12 senken würden“, sagte der sozialpolitische Sprecher seiner Fraktion mit Blick auf die Große Koalition.

Für die Besucher scheinen die politischen Streitigkeiten an diesem Abend eher Nebensache. „Eigentlich ist es uns egal, wer Schuld hat oder wem sie die Schuld zuschieben. Uns geht es um das Wohl unserer Kinder und darum, dass endlich etwas passiert“, sagt Ines Becker vom Stadtelternbeirat Dresden. „Was wir hier heute Abend erleben, ist erst der Anfang. Möglicherweise kommt da eine große Welle auf sie zu“, prophezeit eine Besucherin den politischen Vertretern.

Für den derzeitigen Liga-Vorsitzenden und Caritasdirektor, Matthias Mitzscherlich, war es schon ein wichtiger Schritt, dass sich Politiker an diesem Abend den Fragen gestellt haben. „Ich habe eine große Einigkeit festgestellt. Ich bitte Sie, reden Sie mit den Haushaltsexperten, damit sie ihre Vorhaben auch umsetzen können“, sagte der Liga-Vorsitzende.

Mit Veranstaltungen, Aktionen und Projekten werden die Kindertagesstätten der Freien Wohlfahrtspflege weiterhin auf die Situation ihrer Einrichtungen aufmerksam machen. Ziel der Kampagne „Weil Kinder Zeit brauchen“ ist nicht nur die Senkung des Personalsschlüssels, sondern auch die Anrechnung der Zeit für Vor- und Nachbereitung als Arbeitszeit, Freistellungen für Leitungsarbeit sowie Ressourcen für Fort- und Weiterbildungen.

(Andreas Schuppert)

Podiumsdiskussion am 11. August 2008 in der AWO-Kita „Anne Frank“ in Kamenz

Bei einem Rundgang durch die AWO-Kita „Anne Frank“ in Kamenz, einem Power-Point-Vortrag zur Liga-Kampagne sowie einer anschließenden lockeren Diskussions- und Fragerunde erklärten ErzieherInnen, LeiterInnen, MitarbeiterInnen der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege und Eltern den hiesigen Kommunalpolitikern ihr Interesse an den notwendigen Veränderungen des momentanen Bildungs- & Betreuungsniveau in den Kindertagesstätten.

Die Podiumsdiskussion wurde einem Presseartikel der Sächsischen Zeitung zugrunde gelegt.

Wohlfahrtsverbände befragen Politiker zum Kita-Personalschlüssel

Wahlforum im Rahmen der Kampagne „Weil Kinder Zeit brauchen“

Aufkleber Kita Kampagne Am 17. August lädt die Liga der Wohlfahrtsverbände in die Dresdner Dreikönigkirche, um ab 18.30 Uhr mit der Ministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange (SPD) und den Landtagsabgeordneten Alexander Krauß (CDU), Falk Neubert (LINKE), Kristin Schütz (FDP) und Elke Herrmann (GRÜNE) Wege zur Kita-Qualitätssicherung zur diskutieren. Elternvertreter, Erzieherinnen und Fachberater werden in dieser öffentlichen Veranstaltung ebenfalls zu ihrer Sichtweise befragt.

Das Wahlforum findet im Rahmen der Kampagne „Weil Kinder Zeit brauchen“ statt, die am vergangenen Donnerstag gestartet wurde und eine Verbesserung des Kita-Personalschlüssels zum Ziel hat. Die Vertreterinnen und Vertreter der demokratischen Parteien werden zu ihren Vorstellungen der Förderung frühkindlicher Bildung, Abbau von Herkunftsnachteilen und Chancengleichheit befragt.

Ankündigungsplakat, das Sie gern ausdrucken und in Ihrer Kita, an Ihrer Arbeitsstelle oder beim Bäcker nebenan aushängen können.

Kita-Kampagne eröffnet – Wohlfahrtsverbände fordern mehr Fachkräfte

 Dresden, 6. August. Eine deutlich bessere personelle Ausstattung für die Kindertageseinrichtungen in Sachsen haben die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege (Liga) gefordert. Der sächsische Bildungsplan sei auf dem Papier zwar bundesweit Spitze, hinsichtlich der Rahmenbedingungen in der Praxis stecke man jedoch mitten im Abstiegskampf, sagte der derzeitige Liga-Vorsitzende und Caritasdirektor, Matthias Mitzscherlich. Mitzscherlich äußerte sich anlässlich der Eröffnung der Liga-Kampagne „Weil Kinder Zeit brauchen – Für einen besseren Personalschlüssel in Sachsens Kitas“ am 6. August in der Kindertagesstätte „Annenstraße“ in der Dresdner Innenstadt.

Sächsischer Bildungsplan nicht umsetzbar

„Ein guter Start in der Kita ist ein Vorteil für die gesamte weitere Biografie des Kindes, deshalb lohnt sich eine Anstrengung gerade hier“, so der Liga-Vorsitzende weiter. Die hohen Anforderungen des sächsischen Bildungsplans an frühkindliche Bildung und eine individuelle Betreuung seien nur mit Fachkräften erfüllbar, denen Zeit für das einzelne Kind, für Vor- und Nachbereitung und für Weiterbildung gegeben werde. Mit dem derzeitigen Personalschlüsseln in Krippe, Kindergarten und Hort fehle diese Zeit.

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Kampagneneröffnung
Kampagneneröffnung

Unter den jetzigen Bedingungen sei der Sächsische Bildungsplan nicht umsetzbar, betonte auch die Leiterin der Dresdner Kindertagesstätte „Annenstraße“, Andrea Krácser. Die Erzieherinnen der Einrichtung hätten täglich wesentlich mehr Kinder zu betreuen, als das Sächsische Kita-Gesetz formal vorschreibe. Hinzu kämen Ausfälle durch Urlaub, Krankheit oder Fortbildungen. „Wir brauchen dringend eine Verbesserung der Personalausstattung, sonst können wir die hohen Anforderungen nicht erfüllen.“

Beginn der politischen Gespräche

Die Kampagnenankündigung zeigt bereits Wirkung: Am Nachmittag des 6. August diskutieren die Liga-Verbandsspitzen mit Staatssekretär Hansjörg König sowie Vertretern des Sächsischen Landkreistags und des Sächsischen Städte- und Gemeindetags im Kultusministerium. Die Forderungen sind ebenfalls Gegenstand politischer Gespräche mit den demokratischen Landtagsfraktionen.

Am 17. August lädt die Liga zudem in die Dresdner Dreikönigkirche, um ab 18.30 mit Lars Rohwer (CDU), Dr. Eva-Maria Stange (SPD), Falk Neubert (LINKE), Kristin Schütz (FDP) und Elke Herrmann (GRÜNE), Elternvertretern, Erzieherinnen und Fachberatern Wege zu Kita-Qualitätssicherung zu diskutieren.

 

Wohlfahrtsverbände starten Kita-Kampagne „Weil Kinder Zeit brauchen“

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Liga kritisiert Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit und fordert einen verbesserten Personalschlüssel zur Umsetzung des Sächsischen Bildungsplans

Termin:
Donnerstag, 6. August, 10 Uhr Kita „Annenstraße“ (Annenstraße 11,01067 Dresden)

(Dresden, 24.7.2009) Am 6. August wird die Liga Sachsen gemeinsam mit Erzieherinnen, Eltern und Kindern der Kita „Annenstraße“ in der Dresdner Innenstadt die Kampagne der Wohlfahrtsverbände für einen besseren Kita-Personalschlüssel eröffnen.

„Wir müssen die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit endlich schließen“, so der Liga-Vorsitzende und Caritasdirektor im Bistum Dresden-Meißen Matthias Mitzscherlich: „Die hohen Anforderungen des sächsischen Bildungsplans an frühkindliche Bildung und eine individuelle Betreuung sind nur mit Fachkräften erfüllbar, denen Zeit gegeben wird: für das einzelne Kind, für Vor- und Nachbereitung und für Weiterbildung. Mit Personalschlüsseln in Krippe, Kindergarten und Hort, die allesamt im bundesdeutschen Schlussfeld liegen, fehlt genau diese Zeit. Und sie fehlt damit unseren Kindern.“

Die Kampagne „Weil Kinder Zeit brauchen“ soll ein öffentliches Bewusstsein schaffen für die notwendigen Verbesserungen der Kita-Rahmenbedingungen. Mit eigenen Plakaten, Postkarten und vielen Aktionen sowie Veranstaltungen vor Ort werden die etwa 1000 sächsischen Kindertageseinrichtungen in freier Trägerschaft den Landtagswahlkampf begleiten. Die Liga will so Mandatsträger und Kandidaten mit der Problemstellung konfrontieren und die Öffentlichkeit informieren.

Zum Pressetermin werden das Motiv der Kampagne „Weil Kinder Zeit brauchen“ als großflächiges Banner enthüllt und die Materialien vorgestellt. In einem anschließenden Pressegespräch wird der Liga-Vorsitzende die Forderungen der Wohlfahrtsverbände erläutern und ebenso wie Erzieherinnen, Eltern und Fachberater für Nachfragen zur Verfügung stehen.

Das Positionspapier der Liga „Weil Kinder Zeit brauchen – für einen besseren Betreuungsschlüssel in Sachsens Kitas“ finden Sie hier.

Der genannte Pressetermin ist für Film- und Fotoaufnahmen sehr geeignet.

Schulterschluss der Wohlfahrtsverbände mit Eltern und Gewerkschaft

99 Luftballons in der Kita SenfkornAktion „Mehr als 99 Luftballons“ demonstriert Einigkeit für bessere Kitas in Sachsen

(Dresden, 2.6.2009) Landesweit stiegen am 2. Juni bunte Luftballons in den Himmel. Organisiert von den Elternvertretern der drei großen Städte demonstrierten so Punkt 11 Uhr viele Kitas ihre Forderung nach besseren Rahmenbedingungen in der frühkindlichen Bildung.

Sie sind damit nicht allein: Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege (Liga) präsentierten einen weitreichenden Forderungskatalog an die Landespolitik und kündigten eine Kampagne für diesen während des Landtagswahlkampfes an. Für mehr Zeit der Erzieherinnen und Erzieher sei ein verbesserter Personalschlüssel ebenso nötig wie die Anerkennung der Vor- und Nachbereitung als Arbeitszeit, ein dichteres Netz der Fachberatung und eine Freistellung für Leitungsaufgaben in der Kita. Die Wohlfahrtsverbände berufen sich bei ihren Forderungen auf Studien von PädQUIS sowie der Bertelsmann-Stiftung und schlagen eine schrittweise Umsetzung innerhalb der nächsten sieben Jahre vor.

André Schneider, Fachausschussvorsitzender der Liga, betont mit Blick auf die Finanzierbarkeit der Forderungen: „Im Ländervergleich der Ausgaben pro Kind liegt Sachsen nur auf Platz 11. Da ist also noch Luft nach oben. Die Wohlfahrtsverbände weisen seit Jahren darauf hin, dass neue Anforderungen auch bessere Rahmenbedingungen brauchen.“

Leif Wetzel-Dresch verweist auf die Vertröstungen der Eltern bei weiter steigendem Leidensdruck, dass ihre Sprösslinge nicht die Zeit und Aufmerksamkeit bekämen, die sie bräuchten. Der zweifache Vater und Vorsitzende des Chemnitzer Stadtelternrates wünscht sich, dass die Zeit der Appelle vorbei sei und fragt: „Was wird es uns kosten, wenn wir nicht investieren?“

GEW-Vertreterin Marion Balzk, selbst Erzieherin, kritisiert, dass trotz der gestiegenen Anforderungen mit dem sächsischen Bildungsplan das Bild der Erzieherin als „Basteltante“ weiter gepflegt werde und damit der Beruf systematisch unterschätzt würde. Die Forderung nach einem verbesserten Personalschlüssel sei deshalb auch im Sinne des angestrebten Gesundheitstarifvertrags wichtig.

Fotos von der Luftballonaktion in der Kita „Senfkorn“ Dresden-Neustadt.

Wohlfahrtsverbände für einen verbesserten Kita-Personalschlüssel

strong>Vorstellung des Positionspapiers „Weil Kinder Zeit brauchen – für einen besseren Personalschlüssel in Sachsens Kitas“ im Schulterschluss mit Elternvertretern und GEW

(Dresden) Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege (Liga) in Sachsen fordern verbesserte Rahmenbedingungen für die frühkindliche Bildung in Sachsen.

In ihrem Positionspapier Wohlfahrtsverbände für einen verbesserten Kita-Personalschlüssel nehmen die Wohlfahrtsverbände die Qualität der frühkindlichen Bildung in den Blick: „Die Frage ist doch: durch wie viele Kinder lässt sich Aufmerksamkeit teilen?“, betont der derzeitige Liga-Vorsitzende und Caritasdirektor im Bistum Dresden-Meißen, Matthias Mitzscherlich: „Die Umsetzung des sächsischen Bildungsplans und eine individuelle Betreuung sind nur mit Fachkräften zu sichern, die Zeit haben: für das einzelne Kind, für Vor- und Nachbereitung und für Weiterbildung. Die Rahmenbedingungen für gute Kindertageseinrichtungen müssen jetzt im Freistaat gestellt werden. Später ist zu spät. Im Moment sichern viele Erzieherinnen und Erzieher die gestiegenen Anforderungen unter anderem an Weiterbildung und Entwicklung pädagogischer Angebote in ihrer Freizeit ab. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.“

Die Liga stellt in ihrem aktuellen Positionspapier einen weitreichenden Forderungskatalog auf: Für mehr Zeit der Erzieherinnen und Erzieher brauche es einen verbesserten Personalschlüssel, die Anerkennung der Vor- und Nachbereitung als Arbeitszeit, ein dichteres Netz der Fachberatung und eine Freistellung für Leitungsaufgaben in der Kita.

Die Wohlfahrtverbände berufen sich in ihrem Papier auf aktuelle Studien von PädQUIS und der Bertelsmann-Stiftung.

Die Liga ist der Zusammenschluss der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege im Freistaat. Mitglieder sind die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, das Deutsche Rote Kreuz, das Diakonische Werk, der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband sowie die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Etwa 1000 der insgesamt 2600 sächsischen Kitas befinden sich in Trägerschaft der Freien Wohlfahrtspflege.

Das Positionspapier wird auf der Pressekonferenz der Stadtelternbeiräte Dresden, Chemnitz und Leipzig am 2. Juni, 10.30 Uhr in der Evangelischen Kita Dresden-Neustadt, Haus „Senfkorn“ (Georgenstraße 3, 01097 Dresden) vorgestellt.
Die Pressekonferenz findet anlässlich der Aktion „Mehr als 99 Luftballons“ der Elternvertreter statt. An diesem Tag werden in vielen sächsischen Kitas um 11 Uhr bunte Luftballons aufsteigen, um die Forderung nach verbesserten Rahmenbedingungen deutlich zu machen.

Herzlich Willkommen!

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zur Kampagne „Weil Kinder Zeit brauchen“ der Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen. Sie richtet sich an alle diejenigen, die die Rahmenbedingungen an Sachsens Kitas verbessern wollen – unseren Kindern zuliebe.

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